Offenes Abdomen
Eine auch unter dem Begriff Laparostomie bekannte Technik, bei der die Faszie bewusst offen gelassen wird, um einen Anstieg des intraabdominalen Drucks (IAD) zu vermeiden und eine erneute Eröffnung zu ermöglichen, wenn dies gewünscht ist. Der temporäre Bauchdeckenverschluss (TAC) erfolgt mit Hilfe eines Verbands oder einer Technik zum Schutz der freiliegenden inneren Organe.
Über Offenes Abdomen
Beim Management verschiedener chirurgischer Folgeerscheinungen wie Peritonitis, intraabdominales Trauma und mesenterische Ischämie kann ein frühzeitiger definitiver Verschluss der Bauchdecke (d. h. Verschluss der Faszienschicht und Haut) den Patienten dem Risiko einer intraabdominalen Hypertonie (IAH) und/oder eines abdominalen Kompartmentsyndroms (AKS) aussetzen. In solchen Fällen spielt die Schadensbegrenzung beim Management dieser Patienten eine immer größere Rolle, weshalb Lösungsansätze mit verkürzten OP-Zeiten und einer Laparostomie gewählt werden, um eine anschließende Neueröffnung zu ermöglichen oder dem Ansteigen des intraabdominalen Drucks (IAD) vorzubeugen2.
Das Hauptziel ist das Management der schwerkranken Patienten, die Gefahr laufen, systemische Komplikationen zu entwickeln. Dazu muss sowohl der Abdomeninhalt als auch die Eintrittsöffnung zur Bauchhöhle kontrolliert werden. Die Kontrolle der intraabdominalen Flüssigkeitssekretion und die Erhaltung der Faszie zählen zu den größten Herausforderungen beim Management dieser Patienten1. Das Endziel ist ein verzögerter primärer Faszienverschluss. Gelegentlich, wenn Letzteres nicht möglich ist, ist ein funktioneller Bauchdeckenverschluss mit netzartigen Transplantaten oder anderen prothetischen Materialien sinnvoll und trägt außerdem zur Reduktion der Hernienrate bei.
1. Schachtrupp A, Fackeldey V, Klinge U, et al. Temporary closure of the abdominal wall (laparostomy). Hernia 2002; 6(4): 155-62.
2. Kaplan M. Managing the open abdomen. Ostomy Wound Manage 2004;
50(1A Suppl): C2, 1-8.
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