Dekubitus- und Wundenprävention
Dekubitusentstehung
Ein Druckgeschwür oder Dekubitus entsteht, wenn die Blutzufuhr zu einem Körperbereich über einen definierten Zeitraum verringert oder gestoppt wird. Als Folge dieser Hypoxämie (Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff) kann die Haut in den betroffenen Bereichen absterben. Daher sind besonders bettlägerige, immobile oder auf einen Rollstuhl angewiesene Patienten gefährdet, einen Dekubitus zu erleiden.
Feuchtigkeit
Feuchtigkeit ist ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Druckgeschwüren. Zu Feuchtigkeitsquellen beim Menschen, die die Bildung von Hautdefekten begünstigen, gehören Transpiration, Urin, Fäzes sowie Wundexsudate unterschiedlicher Ätiologie.
Ödembildung
Ödembildung (übers. aus dem Griechischen „Schwellung“) beschreibt die Ausdehnung von Organen, Haut oder anderen Körperteilen durch eine pathologische Flüssigkeitsverlagerung aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe.
Reibung
Reibung entsteht, wenn sich zwei sich berührende Oberflächen in entgegengesetzte Richtungen bewegen, bzw. eine Oberfläche mit Berührung über die Andere bewegt wird. Beim Patienten entstehen Reibungskräfte in der Regel zwischen der Auflage und Haut des Patienten, wenn dieser beispielsweise im Bett unsachgemäß bewegt wird. Als Folge von Reibungskräften kann zu oberflächlichen Abreibungen und/oder Hautabschürfungen kommen. Diese können das Eindringen von Bakterien und Keimen ermöglichen.
Scherkräfte
Scherkräfte werden erzeugt, wenn benachbarte Oberflächen gegeneinander bewegt werden. Infolgedessen kann es zu Verdrillungen und Reißen der darunter liegenden Blutgefäße und zu Gewebeischämie kommen, was zu einem lokalisierten Absterben von Gewebe führen kann.
Temperatur
Die Rolle der Temperatur bei der Bildung von Druckgeschwüren wurde bisher nicht abschließend untersucht. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass höhere Umgebungstemperaturen den Gewebestoffwechsel und den Sauerstoffverbrauch steigern. Somit haben Patienten mit vorgeschädigtem Gewebe und einem bereits vorhandenen Dekubitusrisiko möglicherweise einen Sauerstoffbedarf, der ihre Stoffwechselkapazität übersteigt.